Batman

Mit dem Batarang gegen den Joker

Batman: The Movie - Mit dem Batarang gegen den Joker - Wir müssen reden

In dieser Folge reden Fjalk und Bacon L'Orange über Batman - The Movie von Ocean Software aus dem Jahre 1989 und klären dabei die folgenden Fragen:

  • Ist es eine gelungene Filmumsetzung?
  • Wie viel Abwechslung und Level braucht eine Filmumsetzung?
  • Gibt es hier ein Paradebeispiel für ein überflüssiges Level?
  • Wer ist unser lieblings Batman? -Und warum das Michael Keaton ist, für IMMER!
  • Was hat Ocean sonst noch so gemacht?

In dieser Episode nehmen wir uns die Filmumsetzung Batman: The Movie von Ocean Software zur Brust und prüfen, ob der Sprung von der Leinwand auf den Bildschirm gelingt. Dabei gehen wir zentralen Fragen nach: Wie viel Abwechslung braucht ein gutes Lizenzspiel? Gibt es überflüssige Level? Und welche Batman-Interpretation bleibt uns am stärksten im Gedächtnis?

Der Titel erschien für eine ganze Armada an Heimcomputern – vom Amiga über den Atari ST bis hin zu C64 und ZX Spectrum – und präsentiert sich als bunte Mischung verschiedener Spielideen. Wir schlüpfen in die Rolle des Dunklen Ritters und stellen uns dem Joker in mehreren, lose verbundenen Szenarien.

Schon im ersten Level geht es zur Sache: In einer Chemiefabrik werfen wir mit Batarangs um uns und kämpfen gegen endlos nachrückende Gegnerhorden. Die Steuerung ist schnell erlernt, doch das aggressive Spawn-Verhalten sorgt für knackige Herausforderungen. Danach wechseln wir ins Batmobil und rasen durch die Straßen von Gotham – ein Rennspiel-Abschnitt, der zwar Abwechslung bringt, spielerisch aber nicht ganz überzeugen kann.

Im weiteren Verlauf erwarten uns Puzzle-Einlagen, bei denen wir Hinweise kombinieren müssen, um den Plan des Jokers zu durchkreuzen. Zeitdruck und Trial-and-Error stehen hier im Vordergrund. Später steigen wir sogar ins Bat-Flugzeug und nehmen bizarre Ballon-Gegner ins Visier – ein weiteres Beispiel für die große, wenn auch nicht immer stimmige Vielfalt des Spiels.

Atmosphärisch bleibt jedoch ein schaler Beigeschmack: Die ikonische Musik von Danny Elfman fehlt, und auch filmische Zwischensequenzen sucht man vergeblich. Die Level wirken eher wie aneinandergereihte Minispiele als wie eine zusammenhängende Umsetzung der Vorlage.

Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf die unterschiedlichen Versionen und ihre Eigenheiten. Unser Fazit fällt gemischt aus: Trotz ordentlicher Ansätze und nostalgischem Charme reicht es unterm Strich nur für eine solide 6,5. Für Fans des Films durchaus einen Blick wert – doch wer eine dichte Atmosphäre erwartet, könnte enttäuscht werden.

Spielname
Batman: The Movie, Batman
Jahr
1989
Firmen
Ocean Software
Personen
Michael Lamb, John O'Brien, Allan Shortt, Dawn Drake, Bill Harbison, John Palmer, Robert Hemphill, Jonathan Dunn, Matthew Cannon
Plattformen
Amiga, PC, Sega CD, Super Nintendo
Der Startbildschirm des Spiels Eye of the Beholder

Wertungskasten

Amiga Joker Ausgabe: 12/89 System: Amiga Wertung: 92%
ASM Ausgabe: 1/91 System: PC Wertung: 7/12
ASM Ausgabe: 11/89 System: Amiga Wertung: 9/12
Power Play Ausgabe: 1/90 System: Amiga Wertung: 68%
Niemand kam 1989 um den großen Hype um den Film des Jahres herum. Überall wurde darüber geredet, geschrieben und viele Zeitschriften hatten über Wochen Extraseiten oder kleine Gimmicks zum neuen - oder ersten richtigen - Batman-Film im Heft.
Natürlich stürzte sich auch die Spielebranche darauf und so gab es gleich mehrere Spiele, die die Batman-Lizenz nutzten.
Batman: The Movie war vielleicht das bemerkenswerteste unter ihnen. Denn hier spielten wir nicht nur (grob) die Geschichte des Films nach, sondern taten das auch noch in verschiedenen Arten.
Neben den Platformer-Leveln gab es auch noch Fahrzeuge zu fahren und zu fliegen und selbst ein Level mit einem Logikrätsel war enthalten.
Leider fehlten am Ende noch ein oder zwei Dinge, um aus diesem Spiel einen unvergesslichen Klassiker zu machen. Denn obwohl es tolle Grafiken mit den Filmfiguren gab, wir ikonische Szenen aus dem Film nachspielen durften und es auch recht gut programmiert war, fehlte es am Schluss doch an etwas mehr Atmosphäre, die es gebraucht hätte um uns komplett in die Welt dieses Kinohits eintauchen zu lassen.
Mit der Musik, die nicht aus dem Film ist und den schlichten Levelübergängen, haben die Entwickler leider viel Atmosphäre liegen lassen.
Portrait von Fjalk
Fjalk
Die Ocean-Spiele waren oft ein Hit und Miss. Batman war definitiv ein Hit, nicht nur auf dem Amiga. Es bot ein vernünftiges Gameplay, genug Abwechslung und das Gefühl Teil des Films zu sein.
Portrait von Bacon L'Orange
Bacon L'Orange

Longplay zum Spiel

Da wir in dem Spiel leider nicht gut genug waren und im ersten Level schon immer scheiterten, haben wir euch diesmal ein Longplay rausgesucht.

Deutsche Version und Probleme unter aktuellen Windows-Versionen

Ein Spiel von 2001 (beziehungsweise 2002 für die deutsche Version) unter aktuellen Windows-Versionen zum Laufen zu bringen, kann zu Problemen führen. So auch bei Runaway. Die GoG-Version bietet von sich aus keine deutschen Texte und keine deutsche Sprachausgabe und unter aktuellen Windows-Versionen kann es zu grafischen Problemen kommen, welche das Spiel quasi unspielbar machen. Für beides gibt es Lösungen, denen wir einen eigenen Hilfe-Artikel gewidmet haben.

Sehen wir nur Highlights auf der Reise?

Bei einem Point’n Click Adventure aus den 2000er kommt es automatisch zu vergleichen, zum Beispiel mit den Klassikern von LucasArts oder mit Baphomeths Fluch. Wenn wir Runaway mit diesen Spielen vergleichen, so finden wir etliche gute Punkte, aber auch ein paar Schwächen werden sichtbar.
Schön gestaltete Schauplätze
Ob Stadt, Wüste oder Bar, ob Halle, Caravan oder anderer Schauplatz. Diese sind definitiv sehr schön gezeichnet und enthalten auch viele kleine schöne Details.
Point’n Click Feeling, wie man es kennt
Ob wir nun im Inventar Gegenstände kombinieren müssen oder mischen oder in Dialogen die richtigen Antworten geben, das ist alles nichts Neues, aber sehr gut umgesetzt. Wer in Spielen wie Day of the Tentacle oder Sam & Max versunken ist, der bekommt hier genau das gleiche Prinzip geboten.
Charaktere mit Persönlichkeit
Viele der Charaktere haben gewisse Macken, wie Gina, Brian oder die etlichen weiteren Charaktere. Durch die Überzeichnung bleiben diese für längere Zeit im Gedächtnis.
Deutsche Synchronisation und Übersetzung
Die meisten der Charaktere sind gut besetzt und auch die Übersetzung ist gut gelungen. Wir können froh sein, dass sich DTP gefunden hat und für die Übersetzung sorgte, sonst hätten wir hier etwas verpasst.
Wir können nicht sterben
Sieh dir das an Sierra. Man muss in einem Point’n Click nicht sterben!
Kino-Atmosphäre
Die Zwischensequenzen bringen die Geschichte in längeren Passagen voran. Leider sind diese teilweise zu lang, besonders zu Beginn müssen wir erstmal mehrere Minuten Intro über uns ergehen lassen, bis wir zum ersten Mal selbst eingreifen dürfen.
In den Zwischensequenzen wirken auch die in 3D-gehaltetenen Charaktere teilweise nicht gut eingebunden. Es wirkt zum Teil so, als wären hier nicht die finalen Grafiken verwendet worden.
Die Story-Wendung
Zu Beginn scheint es, als wären wir einem großen Mysterium auf der Spur. Das Spiel hält dies auch sehr lange, bis es zu einem Plot-Twist kommt, der uns einfach ein bisschen enttäuscht hat, da es im Endeffekt doch nur um viel Geld geht und nicht darum, einen verschollenen Indianerstamm und dessen Geistern zu helfen.
Pixel-Hunting
Die Schauplätze sind sehr schön gestaltet, aber zum Teil müssen wir hier wirklich wenige Pixel-große Gegenstände finden und diese anklicken. Das kann auf Dauer anstrengend sein.
Stereotype und klischeehafte Darstellung
Charaktere wie Gina oder die Transvestiten werden sehr oberflächlich dargestellt. Hier wurde viel Potenzial vergeben, vor allem da wir Gina immer nur Retten müssen, sie selbst aber kaum etwas für den Fortschritt der Handlung beiträgt, sie ist einfach nur die „Damsel in Distress“ in einem sehr knappen roten Kleid.
Der Humor
Die Witze wirken damals schon zum Teil lahm, mit über 20 Jahren Abstand hat sich das nicht gebessert. Dies trifft aber nicht auf alle Witze zu, nur einge sind einfach aus der Zeit gefallen.
Chance mit zweitem Charakter vertan?
Schon frühere Point’n Click Adventures haben teilweise dem Spieler den Wechsel zwischen mehreren Charakteren geboten. Das Spiel hat diese Chance leider nicht genutzt, besonders Rätsel mit Gina hätten dafür gesorgt, dass Gina als Charakter wesentlich mehr Tiefe hätte bieten können.
Rätsel-Logik
Zum Teil müssen wir Gegenstände wie Taschen mehrfach untersuchen. In einigen Fällen bringt das erneute Untersuchen aber erst etwas, wenn wir vorher etwas anderes gemacht haben. Dies führt dazu, dass wir einige Gegenstände halt immer wieder von Zeit zu Zeit untersuchen.
Hauptsache als Batman mit Sachen nach Gegnern werfen. Mehr brauchte ich damals nicht.
Portrait von Fjalk
Fjalk

Ocean Software

Ocean wurde 1982 in Manchester als Spectrum Games gegründet. Bereits ein Jahr später erfolgte die Umbenennung in Ocean Software. Neben Portierungen von Arcadespielen auf Computer und Konsolen, entwickelte das Studio auch viele Spiele mit Lizenzen, was vor allem im Zeitalter der 16-Bit Systeme hervorragend funktionierte. Die wichtigsten Lizenzspiele wollen wir auflisten:

Die Spiele-Archäologen Wertung zu Batman: The Movie

Auch wenn ich das Spiel damals wirklich mochte, aus heutiger Sicht enttäuscht es an vielen Stellen - es ist zu kurz und zu schwer und bietet auch zu wenig Abwechslung, nur für Leute die es auch damals gespielt haben
Portrait von Bacon L'Orange
Bacon L'Orange: 6.5/10
Ich hab den Film öfter gesehen, als ich das Spiel gestartet habe. Es ist für eine Filmumsetzung an sich ganz gut. Aber es fehlt mir die Filmmusik, die Levelübergänge sind mau und mir fehlt insgesamt einiges der Atmosphäre vom Film.
Portrait von Fjalk
Fjalk: 6.5/10

Wertung der Spiele-Archäologen: 6.50/10 Punkten