Gee Bee Air Rally

Mehr als Autorennen mit unterschiedlichen Höhen?

Gee Bee Air Rally - Mehr als Autorennen mit unterschiedlichen Höhen? - Wir müssen reden

Fjalk und Bacon L'Orange reden über Gee Bee Air Rally von Activision aus dem Jahre 1987 und klären dabei die folgenden Fragen:

  • Gibt es Auslaufzonen und Banden bei einem Luftrennen?
  • An welches andere Studio erinnern uns die Eventgrafiken?
  • Müssen wir hier ewig lange Steuerungsbefehle lernen oder geht es arcadig zu?
  • Wie weit haben sich Rennspiele von 1987 bis in die frühen 90er weiterentwickelt?
  • Und was fehlte dem Spiel, um eine höhere Langzeitmotivation zu bieten?

In dieser Episode besprechen wir das Rennspiel Gee Bee Air Rally aus dem Jahr 1987. Dabei beleuchten wir verschiedene Aspekte und Fragen rund um das Spiel, angefangen mit der Einordnung von Auslaufzonen und dem Gameplay. Während unseres Gesprächs analysieren wir, ob das Spiel mit seinen Eventgrafiken an andere Studios erinnert und diskutieren die Lernkurve des Spiels.

Wir ziehen den Vergleich zu Rennspielen der späten 80er und frühen 90er Jahre und erörtern, wie weit sich diese Spiele seitdem entwickelt haben. Unsere kritische Betrachtung geht auch darauf ein, welche Elemente im Gee Bee Air Rally gefehlt haben, um die Langzeitmotivation auf einem höheren Niveau zu heben. 

Spielname
Gee Bee Air Rally
Jahr
1987
Firmen
Activision
Personen
Steve Cartwright, Gene Smith, Mike Nowak, Russell Lieblich, Terry Ishida
Plattformen
Amiga, Amstrad CPC, Commodore 64, ZX Spectrum
Startbildschirm von Gee Bee Air Rally

Wertungskasten

ASM Ausgabe: 02/88 Wertung: 10/12
CU Amiga Ausgabe: 02/88 Wertung: 7/10
Es ist 1987 und Activision schickt uns mit Gee Bee Air Rally weitere 50 Jahre in der Zeit zurück – In eine Ära, als fliegende Männer in ihren tollkühnen Kisten (Copyright-Verstoß erfolgreich umschifft), die Lüfte, für Ruhm und Ehre, unsicher machten.
Und das ist keine Übertreibung. Denn in diesem Flugzeug-Rennspiel, sind wir in einem vollkommen übermotorisierten Gefährt unterwegs, deren reale Vorbilder viel Piloten das Leben gekostet haben.
Zum Glück können wir uns ganz entspannt von unseren ergonomischen Sitzbällen aus in dieses Abenteuer stürzen. Und so rasen wir über weite Ebenen, auf denen Strecken abgesteckt sind, überholen unsere Gegner in allen drei Dimensionen und sammeln dabei Punkte, die uns die Highscore-Liste erklimmen lassen.
Gelegentlich ändert sich die Landschaft bzw. der Farbton des Bodens und alle paar Rennen warten besondere Events auf uns (ganze zwei Arten), in denen wir Ballons zerstören oder einen Slalom-Parcours entlang fliegen müssen.
Bei gravierenden Fehlern, die zu Abstürzen führen, oder dem Sieg, den wir uns hart verdient haben, warten schön gestaltete Zwischensequenzen und -bilder auf uns, die - bedenkt man das Erscheinungsjahr - wirklich beeindruckend sind.
Auf Dauer fehlt mir hier die Abwechslung.
Portrait von Bacon L'Orange
Bacon L'Orange
Wenn es zu langweilig wurde, hab ich die Gegner mit Absicht gerammt, um zu gucken, welches “Absturzbild” bei diesem Rennen kommt.
Portrait von Fjalk
Fjalk

Ist das Spiel einen Höhenflug oder legt es eine Bruchlandung hin?

Aus heutiger Sicht handelt es sich bei Gee Bee Air Rally um ein sehr simples Rennspiel. Wir erwarten einfach mehr von heutigen Rennspielen, seien es Extras, unterschiedliche Strecken, Waffen, Konfigurationsmöglichkeiten oder ähnliches.
Wenn wir aber bedenken, wann das Spiel erschien und wie andere Rennspiele damals aussahen und welchen Umfang sie besaßen, sowie, dass Gee Bee Air Rally die historischen Rennen nachspielen soll, so sieht es schon wieder etwas anders aus. Wir wollen hier, wie üblich für uns, die wichtigsten Punkte des Spiels zusammenfassen.
Einfache Steuerung
Denken wir an Flugspiele zurück, so erinnern wir uns zuerst gerne an das Handbuchstudium, welches für solche Spiele notwendig war. Nicht so bei Gee Bee Air Rally, es steuert sich wie ein gutes Rennspiel, nur dass wir noch zusätzlich die Höhe etwas beeinflussen können. Einfach und gut.
Unterschiedliche Events
Neben den Rennen gibt es zwei Bonus-Events. Beim ersten müssen wir Ballons, welche sich am Boden befinden, mit unserem Flugzeug zerstören und dabei den Schildern ausweichen.
Beim zweiten Event müssen wir Slalom fliegen.
Schöne Zwischenszenen
Wenn wir eine Meisterschaft gewinnen oder mit unserem Flugzeug abstürzen, dann zeigt das Spiel schöne Zwischenbilder (diese Sequenzen zu nennen, wäre schon fast übertrieben). Diese Bilder befinden sich vom Niveau fast auf einem Level mit den Grafiken von Cinemaware.
Abhängig davon in welchem Gebiet wir abstürzen, landen wir auch entweder unter eine Bäuerin oder in einem Schweinetrog. Dafür lohnt sich der Absturz.
Historisches Szenario
Das Flugzeug basiert auf einem real existierenden Flugzeug und die Art der Rennen waren in den 30er und 40ern beliebt beim Publikum. Wenn auch die Kurse heute langweilig wirken, so gab es in den echten Rennen regelmäßig tödliche Unfälle, was natürlich für Spannung sorgte.
Gute Grafik
Auch die Rennen sind schön inszeniert (für die damalige Zeit). Der Spieler merkt aber sehr schnell, dass sich eigentlich nur die Farbe des Untergrunds und des Hintergrunds ändert. Die Flugzeuge sind dafür aber wirklich schön gepixelt. Für 1987 aber wirklich eine gute Leistung.
Repetitives Gameplay
Das Spiel bietet zwar unterschiedliche Rennen in unterschiedlichen Gebieten und zwei Bonus-Events. Die Gebiete unterscheiden sich aber nur minimal in der Grafik und spielerisch überhaupt nicht. Die beiden Bonus-Events sind zu Beginn eine willkommene Abwechslung, aber wiederholen sich auf Dauer auch zu oft. Durch das realistische Szenario fehlt dem Spiel einfach die Abwechslung.
Fehlende Langzeitmotivation
Das Spiel bietet einfach keine Tiefe, keine Abwechslung und ist deswegen auf Dauer zu einfach. Selbst auch den höheren Schwierigkeitsgraden kommen wir als Spieler auch schnell voran. So bleibt es für die damalige Zeit vor allem ein grafischer Leckerbissen, der nicht viel mehr zu bieten hat.
Einfache Gegner
Die Gegner in diesem Spiel stellen nur ein Hindernis dar. Wir fliegen aber auch noch um die erste Position, sondern nur nach einer unerbittlich tickenden Uhr. Die Gegner sollen gar nicht mit uns konkurrieren, sondern uns einfach nur aufhalten und zum Handeln zwingen, dennoch fühlen sie sich einfach nicht gut an.
Fehlender Multiplayer
Ein Rennspiel nur für einen Spieler? Dies könnten wir verkraften, wenn eine Runde im Spiel nach wenigen Minuten vorbei wäre und der nächste Spieler dann sein Bestes geben könnte. Da die Runden hier aber teilweise lange dauern können, bietet es sich einfach nicht für mehrere Spieler an.

Gee Bee Air Rally - Amiga - 1987 - Einige Runden inklusive den Bonusrennen

Bacon schwingt sich in diesem frühen Rennspiel in die Luft und erledigt mehrere Rennen und natürlich auch jeweils einmal das Flaggen- und das Slalom-Bonusrennen.

Die Spiele-Archäologen Wertung zu Gee Bee Air Rally

An sich ein Rennspiel mit dritter Dimension. Aber es fehlt mir einfach die Abwechslung, seien es Hindernisse auf dem Parcours oder Extras oder Waffen, mehr Umgebungsdetails, enge Schluchten hätten die Anspannung noch deutlich gehoben.
Das war nicht Ziel des Spiels, damals hab ich es gemocht, heute ist nach wenigen Runden doch schnell die Luft raus
Portrait von Bacon L'Orange
Bacon L'Orange: 6.5/10
Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, sind die aufwendigen Eventsequenzen, die die eigentliche Spielgrafik bei weitem übertreffen und dem Spiel noch mehr Atmosphäre verleihen.
Es ist auch ein solides Rennspiel, das für eine schnelle Runde zwischendurch durchaus Spaß macht, für die Langzeitmotivation fehlt es Gee Bee Air Rally dann aber leider doch an Tiefe.
Portrait von Fjalk
Fjalk: 6.5/10

Wertung der Spiele-Archäologen: 6.50/10 Punkten